Kommende Veranstaltungen:

07.05.2017
10. Raisdorfer Turn- und Sportgala

Herzlich Willkommen beim RRC Teddybär Kiel

Die Geschichte des Rock´n´Roll

Als Geburtstag des Rock 'n' Roll gilt allgemein der 12. April 1954. An diesem Tag schloss Bill Haley die Studioaufnahme zu "Rock around the clock" ab, und mit dem gleichnamigen Film begann der Rock 'n' Roll seinen Siegeszug um die Welt.

Dieses Datum bedeutet aber nicht, daß es Rock 'n' Roll-Musik nicht schon vorher gegeben hätte; schwarze Musiker haben Rock 'n' Roll-Musik bereits viel früher gespielt und ihr Publikum dazu passende Tanzstile entwickelt. Viel mehr gelang jetzt der Durchbruch dieser Musik "im großen Stile". Wesentlichen Anteil daran hatte der amerikanische Diskjockey Alan Freed, der den neuen Begriff erfunden hatte und in seiner Rundfunksendung "Rock 'n' Roll-Party" diese Musik spielte.


Nach Deutschland kam der Rock 'n' Roll im Gefolge des Films "Außer Rand und Band", der deutschen Version des Bill-Haley-Klassikers. Und der Titel machte Programm: Tausende strömten in die Kinos und gerieten tatsächlich außer Rand und Band; ähnlich wie bei Kultfilmen heute beherrschte das Publikum sämtliche Dialoge und Musiktexte, so daß der Mangel an Plattenspielern und Kassettenrecordern durch eigenen Gesang ausgeglichen wurde. Bill-Haley-Konzerte entfesselten solche Begeisterungsstürme, daß der Berliner Sportpalast 1958 nach einem Konzert aussah wie nach einer Saalschlacht. Krawalle gehörten damals bei Konzerten fast zur Tagesordnung, nicht selten ging die ganze Einrichtung zu Bruch. Dies schaffte naturgemäß Konflikte, die Rock 'n' Roll-Fans galten bald als gewalttätig und kriminell.

Auch in Bezug auf Kleidung und Outfit grenzte man sich ab: Man trug Röhrenhosen, vor allem Jeans, Ringelsöckchen, spitze Schuhe und weite Sakkos. Krawatten aus schmalen schwarzen Samtbändern galten als der letzte Schrei. Die Haare kämmte man kunstvoll mit viel Pomade zu einem sogenannten Entenschwanz oder eine Schmachtlocke a la Bill Haley zierte die Stirn. Die Mädchen trugen weite Röcke mit Petticoats, die von einem breiten Gürtel aus Metall gehalten wurden, der den Eindruck einer Wespentaille vermittelte. Die Haare wurden meistens als Pferdeschwanz gebunden.

Der Tanz entwickelte sich beinahe zwangsläufig aus dem Bewegungsdrang, den die Rock 'n' Roll-Musik bei den Zuhörern auslöste. Anfangs beschränkte sich das Tanzen auf die persönliche Interpretation der Musik und des Rhythmus. Man tanzte mit sich selbst, lieferte sich der Musik völlig aus. Später tanzte man zwar zusammen, von Tanzhaltung oder Kontakt der Partner während des Tanzes konnte aber kaum die Rede sein, dafür waren die Bewegungen des Einzelnen zu wuchtig und raumgreifend. Je wilder, je ausgefallener, je höher, je verrückter desto besser schien die Devise zu sein. Immer neue Figuren wurden kreiert, wobei sich diese nicht auf's Parkett beschränkten, sondern man ließ auch die Partnerinnen um sämtliche möglichen und unmöglichen Körperachsen kreisen. Schon bald gab es Lokalmatadore, die sich durch besonderes Können hervortaten; von da an bis zum ersten Rock 'n' Roll-Turnier war es nur noch ein Katzensprung!
In unserer heutigen Zeit hat sich der Rock'n'Roll zu einem reinen Turnhallen- und Turniersport entwickelt, der nur noch den Namen mit dem einstigen wilden Tanz und dem Flair der 50er Jahre gemein hat. Bei den Turnieren - einer Mischung aus Jazz Dance und Akrobatik - hört man Disco-Musik, die sich für die hüfthohen Fußkicks besonders gut eignet.