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07.05.2017
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Die Geschichte des Boogie-Woogie

Der Name Boogie Woogie bezeichnet eine Klaviermusik mit stark rollenden Bassläufen, die ihren Ursprung Mitte der 20er Jahre in Holzfällerlagern haben soll. Getanzt wurden zu dieser Musik Bewegungen, die damals als Boogie Woogie bezeichnet wurden. So hört man auch auf der berühmten Aufnahme "Pinetop's Smith Boogie Woogie" aus dem Jahr 1928, wie er die Kommandos für einige Schritte gibt, u.a. auch für "Boogie Woogie", eine Figur, bei der abwechselnd das rechte und das linke Bein zusammen mit der Hüfte in einer leicht kreisenden Bewegung nach außen geführt werden. Der große Erfolg der Boogie Woogie-Musik kam über Nacht wieder einmal nach einem Konzert in der Carnegie Hall in New York. Mead Lux Lewis, Albert Ammons und Pete Johnson rissen New York und das restliche Amerika in ein Boogie Woogie-Fieber. Die Big Bands, die damals in den Tanzsälen und Clubs für die Tanzmusik sorgten, spielten nun Boogie Woogie-Musik in Big Band-Arrangements. Erst die Musik des Boogie, ähnlich dem Rhythmus einer Maschine, erfüllte den Wunsch der damaligen Jugend, die das Neue, Revolutionäre wollte. Dieser Boogie war der eigentliche Volkstanz der 30er Jahre, ganz besonders für die junge Generation in Harlem.

Die Afro-Amerikaner bereicherten bei ihren Festen den Tanz und führten aus Lust, Laune und Freude am Tanz auch volkstümliche Elemente wie Kicks, Sprünge, Handstände, Purzelbäume und Hebungen in den Grundschritt ein. Der Improvisation, der Figurenvariation, dem persönlichen Ausdruck waren keine Grenzen gesetzt. Auf den Marathon-Tanzwettbewerbe zu jener Zeit, tanzten Paare mit kurzen Pausen oft tagelang, um den ausdauerndsten Tänzer zu ermitteln. Dabei erwiesen sich der alte Lindy Hop bzw. Jitterbug als die geeignetsten Tanzarten. Es war hauptsächlich der schwarze Tänzer Bill Robinson, der diesen Tanzstil prägte und unaufhörlich neue Figuren erfand, die dann auch von anderen Paaren aufgenommen und verändert wurden. Durch große Musikfilme aus Hollywood und ihren mitwirkenden Tänzern, wie Fred Astair mit Partnerinnen wie Tape Miller und die Nichola Brothers wurde der Boogie Woogie als Tanz- und Musikstil weltbekannt. 1937 fand die V erbreitung von Swing und Boogie durch die Herren Lafort und Lyett-Poigt in Belgien und Frankreich statt.

Der Jitterbug bzw. Lindy Hop kam im Wesentlichen erst nach dem Ende des zweiten Weltkrieges mit den GI's nach Europa, da hier eine tänzerische Pause zu verzeichnen war. Das offene Swing-Tanzen war in Deutschland bereits seit 1933 verboten. Getanzt wurde auf die damals moderne Boogie Woogie-Musik. So kam es, daß der Name Boogie Woogie in Europa nicht nur für die Musik, sondern auch für den Tanz verwendet wurde. Neben Boogie Woogie, Jitterbug und Lindy Hop wurden für den Tanz auch die Begriffe Swing oder Jive (von den britischen Soldaten) verwendet. In Deutschland wurde kein reiner Jitterbug und auch kein reiner Boogie getanzt, sondern Boogie Woogie (Swing) mit Jitterbug-Akrobatik. Die Jugend der Zeit fand es toll, auch nach den vergangenen Kriegsjahren, mal wieder so richtig ausgelassen zu sein, und das konnte man mit der fetzigen, swingenden Musik mit lockerer Tanzhaltung und den akrobatischen Figuren.

Ab 1954 wurde der Boogie Woogie durch die große Beliebtheit der aufkommenden Rock'n' Roll-Musik und dem daraus entstehenden Tanz aufgesogen.